Toxische Wirkung von Organophosphate bei Kleintieren

Geht es Ihren Vierbeinern schlechter als Ihnen ?

Zitat:”2. Quellen
‎Organophosphate‬ und Carbamate werden sehr vielseitig als Insektizide, Akarizide, Nematizide, ‪Herbizide‬, Fungizide und Antiparasitika eingesetzt. Methiocarb wird auch als Molluskizid angewendet. Dieser breiter Einsatz erfolgt in Form von Pudern, ‪Sprays‬, Halsbändern, ‪Shampoos‬ usw. In der Industrie dienen gewisse Organophosphate auch als ‪#‎Weichmacher‬ und ‪#‎Schmieröle‬. […]

3. Kinetik
Nach ‪oraler‬ ‪Aufnahme‬ werden die Organophosphate und Carbamate schnell und vollständig aus dem ‪Magen‬-‪Darm‬-Trakt ‪resorbiert‬. Auch über die Haut erfolgt eine rasche ‪Absorption‬, besonders der Organophosphate. Organophosphate und Carbamate besitzen auch eine hohe ‪Inhalationstoxizität‬, da sie gut über die Lungen resorbiert werden. Es folgt eine rasche Verteilung in die Gewebe, so dass klinische Symptome innerhalb von 1-2 Stunden nach Aufnahme auftreten. Die Organophosphate und Carbamate unterliegen einer hohen ‪Metabolisierungsrate‬, vorallem durch ‪oxidative‬ und ‪hydrolytische‬ Spaltung, und werden daher nur gering gespeichert. Durch oxidative Desulfurierung entstehen bei gewissen Organophosphaten aktive Metaboliten: Beispiele für diese Aktivierung sind die Oxidation von Parathion zu Paraoxon und Dimethoat zu Omethoat. Die Ausscheidung der metabolisierten Wirkstoffe erfolgt hauptsächlich in Form von Konjugaten über mit Glucuronsäure oder Sulfat über den Harn.

4. Toxisches Prinzip
4.1 Akute toxische Wirkung
Für die akute toxische Wirkung der Organophosphate und Carbamate ist die Hemmung der Acetylcholinesterase verantwortlich. Die Organophosphate führen zu einer irreversiblen Hemmung der Acetylcholinesterase, bei den Carbamaten ist diese Hemmung reversibel. Es kommt zur Anreicherung von Acetylcholin und somit zur Stimulation von cholinergen Synapsen im ‪#‎vegetativen‬ ‪#‎Nervensystem‬, an den motorischen Endplatten und im ‪#‎ZNS‬. Die Akkumulation von Acetylcholin an den muskarinischen Rezeptoren bewirkt eine gesteigerte Aktivität des Parasympathicus. Nikotinische Effekte ergeben sich durch die Acetylcholinanreicherung an den neuromuskulären Endplatten. Wegen der Stimulation von zentralen cholinergen Bahnen werden die Tiere unruhig und erregt, seltener kommt es zu Krämpfen.

4.2 Chronische toxische Wirkung
Aufgrund der kurzen ‪#‎chemischen‬ ‪#‎Beständigkeit‬ verursachen Organophosphate und Carbamate meist akute Vergiftungen. Einige Organophosphate (zum Beispiel Chlorpyrifos, Diazinon, Famphur, Fenthion, Haloxon, Malathion oder Parathion) können aber auch eine chronische Polyneuropathie induzieren. Dabei kommt es 1-3 Wochen nach einer akuten ‪#‎Exposition‬ zu ‪#‎irreversiblen‬ ‪#‎Degenerationen‬ der Motoneuronen, die sich mit progredienten ‪#‎Lähmungen‬ an den Hintergliedmassen manifestieren. Im Extremfall sterben die Tiere an ‪#‎Atemlähmung‬.

4.3 Toxische Lösungsmittel
Viele Produkte enthalten neben den Organophosphaten und Carbamaten auch toxische Lösungsmittel wie Toluol oder Xylol, die eine Aspirationspneumonie verursachen können. Aceton und Isopropylalkohol reizen die ‪#‎Schleimhäute‬, führen zu Gastroenteritiden und sind nephro- und hepatotoxisch. ‪#‎Methanol‬ ist ‪#‎neurotoxisch‬.

[…]

6. ‪Umwelttoxikologie‬
Im Gegensatz zu den chlorierten cyklischen Kohlenwasserstoffen werden Organophosphate und Carbamate in der #Umwelt in einem Zeitraum von Stunden bis zu wenigen Monaten abgebaut. Wegen der hohen akuten #Toxizität kann die Freisetzung von Organophosphaten dennoch ernsthafte Umweltschäden verursachen. Beim Brand eines #Chemikalienlagers in Schweizerhalle, in der Nähe von Basel, sind zum Beispiel 1986 grosse Mengen von Pestiziden – mit einem Hauptanteil an Organophosphaten – durch das Löschwasser in den Rhein geflossen. Menschen kamen nicht zu Schaden, doch es ereignete sich ein gewaltiges Fischsterben. Die #Giftwelle z#erstörte auf einer Länge von 400 km die gesamte Aalpopulation, zudem wurden bis 50 km unterhalb von Basel weitere Fischarten getötet. Einige Organophosphate wie zum Beispiel Dichlorvos wurden innerhalb von wenigen Stunden im Wasser zersetzt, andere wie Disulfoton wurden mit einer Halbwertszeit von 30-50 Tagen durch Mikroorganismen abgebaut. Wie sich später herausstellte, sind Aale besonders empfindlich gegenüber Disulfoton. Trotzdem konnte sich dank der geringen Persistenz der Organophosphate das gesamte Ökosystem wieder relativ rasch erholen.”

Quelle und (C): http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?clinitox%2Ftoxdb%2Fklt_004.htm%3Fclinitox%2Fklt%2Ftoxiklt.htm

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