Offenes Wort

Ich erstaune immer wieder in meinen Tätigkeiten als Baubiologe und Bausachverständiger, dass die Menschen in Deutschland lieber die Oberflächlichkeit bevorzugen und sich von dem Eigentlichen ablenken lassen.

Ein echtes Bewusstsein für die eigene Gesundheit ist nicht vorhanden.

Viele Menschen denken Sie leben gesund, weil sie Obst und Gemüse essen, sich aber keine Gedanken darüber machen, ob diese auch pestizidfrei (aktuelles Thema: internationaler Verbot von nerventoxischem Glyphosat) sind. Denn wer weiß, was Pestizide im Körper anrichtet und z.B. Parkinson als anerkannte Berufskrankeit bei Landwirten gilt, würde sich so Manch Einer für das Leben entscheiden. Stellen Sie sich einmal vor, dass beim Lüften von Gebäuden, Büros und Wohnungen in der Nähe von Feldern, Pestizide in die Innenräume gelangen – haben Sie dafür Luftftilter eingebaut, die diese Gifte herausfiltern ?

Genauso sieht es bei dem Leben in Gebäuden aus. Heute wird viel gebaut – leider oft zu billig, anstelle preiswert – den Unterschied zu einer gesunden Bauweise lehnen viele Bauherren ab, weil sie „gesundes Bauen“ als „uninteressant“ und „zu kostspielig“ sehen, aber Keiner möchte durch Chemikalien in seinem Gebäude krank werden. Selten fragt jedoch ein Bauherr beim Hausbau nach, welche Qualität gekauft wird, sonst würden so manch Bauträgerverträge nicht unterschreiben werden.

Die große Gruppe in Deutschland sind Mieter – in Wohnungen und Gebäuden. Eigentum können sich leider nicht die Meisten leisten, daher übernimmt der Vermieter eine hohe Verantwortung über das Leben seines Mieters. Oft wird die Gesundheit mit Füssen getreten, weil notwendige Instandhaltungsmaßnahmen nicht und auch nicht fachgerecht umgesetzt werden oder schlichtweg die Gesundheit des Nutzers keinerlei Rolle spielt (s. Mykotoxin- und Sporenbelastung bei „dem Schimmelpilzproblem“, was oft auf defekte Bausubstanz und fehlende Instandhaltung zurück zuführen ist) – Hauptsache das Geld fließt in den Geldbeutel und Grenzwerte schützen die Wirtschaft, nicht ddie Gesundheit des Individuum.

Auch Altlasten wie Asbest, PCB oder PAK sind immer noch in den Altimmobilien vorhanden und schädigen die Gesundheit von Nutzern, obwohl bereits lange verboten. Für andere andere selbst eingebracht Chemikalien (Formaldehyd bei Laminat, Flammschutzmittel bei Teppichböden und Dämmung, Weichmacher bei Farben, Kleber, Pestizide bei Gipskarton, Tapeten usw. die Schadstoffliste ist lang) besteht kein Bewusstsein, weil die Aufklärung und Akzeptanz fehlt.

Wir haben also „die Umwelt – das Gebäude und die Materialien“, die auf die Wohngesundheit einwirken. Gesundes individuelles Bauen oder Sanieren ist heute keine Hexerei, nicht wesentlich teurer, sondern wäre schon längst Standard, wenn sich Architektenkammern nicht von Dritten in Ihren Zielen beeinflussen lassen würden; Architekten sich für Ihre Verantwortung ihres Kunden gegenüber interessieren würden und Bauherren sowie Vermieter die Gesundheit und nicht den Geldbeutel zu Lasten der Gesundheit an erster Stelle setzen würden.

Was bleibt ?

Aufklärung, mit dem Appell an das Bewusstsein, wer hören kann.

Haben Sie ein Bewusstsein ?

..dass Sie auch aktiv einsetzen und nicht nur passiv konsumieren lassen ?

Was wissen Sie überhaupt über die Summe an Chemikalien durch Baumaterialien und Schadstoffen in Gebäuden ?

Wissen Sie wie z.B. Neurotoxine und Fremdchemikalien in Ihrem Körper wirken ?

Ist es Ihnen egal, ob Sie oder Ihre Kinder ein lebenslang krank werden könnten ?

Möchten Sie lieber gesund oder krank leben ?

Wie oft haben Sie sich einmal folgende Frage gestellt: Warum leben ich eigentlich ?

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