Ortsbegehung: Einschätzung von Schimmelpilzschäden eines angeblichen Fachmanns

Situation: Ortstermin mit Vermieter, Mieter, Fachmann einer Sanierungsfirma zur Abklären des Sanierungsumfangs

Traurig, jedoch leider Standard, dass manch Fachmann von Sanierungsfirmen nur über das bautechnische Standardwissen verfügt, ohne das notwendige medizinische Hintergrundwissen, was z.B. Mykotoxine im Organismus anrichten und welche Intoxikationen damit verbunden sind, wenn auf einem Ortstermin gesundheitlich relevante Aussagen von ihm getätigt werden.

Denn dass der Fachmann bei der Öffnung eines kontaminierten Bereiches trotz sichtbaren Befalls behauptet “Nichts zu riechen” und daher keine gesundheitliche Gefahr von der Schimmelpilzfläche ausgeht, ist bereits eine nicht fachliche Aussage, die er als Fachmann nicht äußern darf – denn Olfaktoren sind subjektiv. Hier handelt der Fachmann bereits “grob fahrlässig”!

Mein persönlicher und beruflicher Anspruch und auch der Anspruch des Konzepts “Das Gebäude-Gesundheitszeugnis” geht hier einen logischen Schritt weiter:

Ein Fachmann, der gesundheitliche Themen wie z.B. hier die Beurteilung von Schimmelpilzschäden bei einer Ortsbesichtigung leistet und bearbeitet, muss über das medizinische Hintergrundwissen verfügen, was Toxine und allergische Substanzen im Organismus anrichten, wenn er Aussagen zur Gesundheit (des Nutzers) vornimmt oder Maßnahmen zur Schimmelpilzsanierung plant, denn der Satz “er rieche Nichts”, ist bereits seine persönliche Meinung, die Nichts mit dem IST-Zustand der Bausubstanz und des ununtersuchten Kontaminationsgrad vor Ort sowie der toxischen Wirkung im Organismus des Nutzers zu tun hat. Weiß er Nichts als Fachmann oder behauptet er rieche Nichts, muss er auch den notwendigen Beweis dazu anführen, worauf er seine Aussage stützt und dass kann er nicht ohne eine fundierte Aussage über eine Luftanalyse auf Sporen und/oder Mykotoxine mit Auswertung über ein akkreditiertes Labor zu erstellen. Hier handelt der Fachmann erneut “grob fahrlässig”!

Auch zu behaupten, dass die Aussage des Mieters falsch ist, dass andere Menschen (Besucher der Wohnung) mit angegriffenen Immunsystem ebenfalls gesundheitliche Reaktion in der Wohnung haben, ist eine nicht fachliche Aussage und gibt die persönliche Meinung des Fachmanns wider, ohne den gesundheitlichen Zustand der anderen Besucher zu kennen. Hier handelt der Fachmann bereits zum 3. Mal “grob fahrlässig”!

Zu gerne wird diese Aussage des “angeblichen Fachmanns”, dass “Nichts nach Schimmelpilzen riecht” dann vom Vermieter aufgenommen zu behaupten, “der Mieter hätte Schuld an Allem”, “der Mieter will nur Ärger machen”, “der Mieter will nur Miete sparen”, “es ist keine Gesundheitsgefahr vorhanden”, “die Wohnung wird verkauft, dann muss der Mieter ausziehen” usw., um seine eigene Angst vor Sanierungskosten zu kaschieren. Der weiteren Eskalation zwischen Vermieter und Mieter ist damit der Weg bereitet. Die knapp 21 Euro Netto pro Tag für die notwendige Aufstellung eines HEPA-Filters zur Luftreinigung wird vom Vermieter nicht getragen – hier handelt der Vermieter “grob Fahrlässig” gegenüber seinem Mieter.

Soweit muss es aber nicht kommen, wenn sich der Fachmann weiterbildet und besonnen auf einem Ortstermin seine Meinung zum Besten gibt oder sich nur auf seine Messergebnisse stützt und Behauptungen erst nach Vorlage von Beweisen äußert sowie der Vermieter seiner Verpflichtung nach BGB, des Mietrechts und des Vertragsrechts usw., nachkommt.

Ein neutral arbeitender versierter Fachmann darf seine Meinung nur auf jederzeit reproduzierbare Fakten aufbauen und ein “individuelles Riechen”, womöglich noch mit “verschnupfter Nase” eines unbeteiligten Dritten, gehört sicherlich nicht dazu.

Die persönliche Empfindung des Fachmanns steht hier Außen vor, denn es geht um den Nutzer und seine Gesundheit, der 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr in der Wohnung leben muss und monatlich lt. Mietvertrag brav seine Miete in voller Höhe für den vertraglich vereinbarten Zustand zahlt – auch dieser Fakt wird standardmäßig nicht beachtet und auch die viel zitierten “Richtlinien” sehen es nicht vor, dies in der Betrachtung zu inkludieren: Eine schleichende Vergiftung des Immunsystems durch Mykotoxine und Sporen. Das individuelle Immunsystem bei Schimmelpilzbefall wird nicht bei Ersten Hilfsmaßnahmen u./o. Sanierungsmaßnahmen berücksichtigt, sofern dies die Richtlinie nicht vorsieht.

Eine Richtlinie ist jedoch kein Gesetz, also “darf” eine gesundheitlich notwendige Sanierung nicht ignoriert werden – andernfalls müsste der Mietvertrag um eine Klausel ergänzt werden, dass die Wohnung Schimmelpilze aufweist und evtl. auftretende aktive Schimmelpilzschäden in der Bausubstanz zu akzeptieren sind – dies jedoch widerspricht nicht nur der Rechtsprechung, sondern auch dem gesunden Menschenverstand.

Schimmelplizschäden unter 15 cm² werden als nicht gesundheitsschädlich angesehen – jedoch produziert jeder Schimmelpilz Stoffwechselprodukte, die toxisch sind.. u.a. nerventoxisch …die jeden Nutzer gesundheitlich gefährden.

Wer nun immer noch behauptet, dass Schimmelpilze ungefährlich sind, hat in der Bewertung von Schimmelpilzschäden Nichts verloren und arbeitet nicht fachgerecht, denn keine Schimmelpilzschäden bedeuten keine Gesundheitsgefährdung.

Wichtig bei jedem Schimmelpilzschaden ist: Konsens ist immer der beste Weg unnötigen Ärger zu vermeiden – denn es geht um die Gesundheit eines lebenden Menschen und nicht um “totes” Geld zum Konsum und hierzu gehört Intelligenz und Verstand zu handeln. Daher ein Appell an alle Betroffene und Vermieter:

Reden, Verstehen und fachlich schnell Handeln!

Wir Menschen haben nur eine Gesundheit und die ist nicht austauschbar!

Die Gesundheit eines Mieters ist nicht weniger Wert, als die Gesundheit eines Vermieters; denn sind wir nicht vor dem Gesetz Alle gleich ?
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Zitat “Safety first, Gesundheit first“, Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, 17.05.2016 zum Thema Pestizide in der Umwelt.

Sind Sie ein verantwortungsvoller Vermieter ?

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